Elisabeth Staubli hat elf Jahre lang das Leben der Gemeinschaft auf dem Sonnenhügel mitgeprägt. Als sie vor mehr als einem Jahrzehnt als suchende Gästin hierherkam, konnte sie nicht ahnen, dass dieser Ort nicht nur ihre neue Heimat, sondern auch ein Ort des Wandels und des Wachstums werden würde. Heute, nach vielen Erlebnissen und gemeinsamen Feiern, steht sie vor dem nächsten Kapitel ihres Lebens.
Ankunft und Eingewöhnung
Ihr erster Eindruck von Sonnenhügel war geprägt von einem Hauch von Geschichte: Das ehemalige Kapuzinerkloster, welches den Sonnenhügel beherbergt, ist ein Ort, an dem viele Menschen gelebt und gearbeitet haben. Für Elisabeth begann hier eine Reise der Selbstfindung und der Gemeinschaft. „Es riecht nach Stumpen“, erinnert sie sich an jenen ersten Tag, als sie die Treppen hinaufstieg. Doch dieser Duft war mehr als nur eine olfaktorische Erinnerung; er symbolisierte die Beständigkeit und die gelebte Geschichte dieses Ortes.
Das Leben in der Gemeinschaft
Für Elisabeth bedeutete das Leben auf dem Sonnenhügel nicht nur Arbeit und Routine, sondern vor allem gemeinsame Erlebnisse und Feiern. Sie erinnert sich an die Geburt der Zwillinge, die das Leben der Gemeinschaft bereicherten und neue Herausforderungen mit sich brachten. Diese Momente des Wachsens und des Zusammenwachsens prägten sie nachhaltig.
Gemeinsame Feiern wie Geburtstage, die Vorbereitungen auf die verschiedenen Jahreszeiten wie Advent und Fastenzeit sowie die gemeinsamen Ausflüge mit den Gästen wurden zu Höhepunkten in Elisabeths Zeit auf dem Sonnenhügel. Als Berufsköchin übernahm sie die Verantwortung für die Küche. Das bedeutete hingegen nicht, dass sie in erster Linie ihre kulinarische Expertise einbrachte, sondern vorallem, dass sie anderen die Möglichkeit gab, sich in dieser Umgebung zu entfalten. Ihr Einsatz war eine Form von sozialem Engagement, das weit über das bloße Kochen hinausging.
Mehrwert der Gemeinschaft
Doch was bedeutet Gemeinschaft wirklich? Für Elisabeth und viele andere auf dem Sonnenhügel bedeutet es, Teil eines Netzwerks zu sein, das nicht nur den Alltag teilt, sondern auch in Krisenzeiten Unterstützung bietet. Gemeinschaft bietet einen sicheren Hafen, in dem jeder Einzelne wachsen und sich entfalten kann. Ökologisch gesehen fördert ein gemeinschaftliches Leben Nachhaltigkeit und bewussten Umgang mit Ressourcen.
Für die Gesellschaft insgesamt ist eine solche Gemeinschaft ein Modell der Solidarität und des sozialen Engagements. Sie zeigt, wie Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Lebenswege zusammenkommen können, um gemeinsam etwas Größeres zu schaffen. Besonders für Menschen in persönlichen Krisen kann eine Gemeinschaft wie auf dem Sonnenhügel eine transformative Erfahrung sein, die neue Perspektiven eröffnet und zur persönlichen Stabilität beiträgt.

Abschied und Neubeginn
Elisabeths Entscheidung, nach elf Jahren aus der Kerngemeinschaft auszutreten, markiert einen Abschied, der von Dankbarkeit und Wertschätzung geprägt ist. Sie verlässt die tägliche Verantwortung, bleibt aber weiterhin ein Teil der Gemeinschaft. Dieser Übergang zeigt, dass Abschied nicht das Ende bedeutet, sondern oft den Beginn eines neuen Kapitels darstellt. Es ist ein Übergang, der Raum für persönliche Entfaltung und neue Interessen bietet.
Wir sind gespannt darauf, wie sich die neue Konstellation in der Hausgemeinschaft entwickelt. Es leben nach wie vor fünf Erwachsene (plus zwei Kinder) ständig auf dem Sonnenhügel, aber erstmals ist die Zahl der Mitglieder der Kerngemeinschaft (die neu nur noch aus Sandra und Lukas besteht), welche Verantwortung für die Gäste und den Gästebetrieb trägt, kleiner als der Rest der Hausgemeinschaft.
Dein Leben wieder leben: Persönliche Reflektion und Ausblick
Elisabeths Geschichte auf dem Sonnenhügel ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Gemeinschaft und persönliche Entwicklung Hand in Hand gehen können. Ihre Zeit hier hat nicht nur ihr Leben bereichert, sondern auch das Leben vieler anderer um sie herum. Während sie sich auf eine mehrwöchige Auszeit vorbereitet und neue Wege erkundet, bleibt ihr Erbe in Form von Erinnerungen und gelebten Erfahrungen bestehen.
Mit ihrem Abschied endet ein Kapitel, doch die Werte und die sozialen Engagements des Sonnenhügels werden weiterhin Menschen inspirieren und zusammenbringen. Möge Elisabeths Weg zeigen, dass «Dein Leben wieder leben» nicht nur ein Motto ist, sondern eine Realität, die wir alle in unserer eigenen Art und Weise erfahren können.
Leben in Gemeinschaft: ein Modell für dich?
Alternative Lebensmodelle und Gemeinschaften sind neu im Trend. Auf dem Sonnenhügel bieten wir dazu eine ganz besondere Möglichkeit. Das Zusammenleben mit Gästen stellt nicht nur hohe Anforderungen, sondern es führt dich auch in die Tiefe. Du wirst rasch merken, dass du hier mit Lebensgeschichten konfrontiert bist, die sich nicht auf Knopfdruck lösen oder heilen lassen. Was eine oder einer allein nicht schafft, wird in Gemeinschaft aber möglich: Unser soziales Engagement beinhaltet auch, dass wir ohnmächtige Situationen aushalten und dabei die Hoffnung aufrechterhalten, dass eine Veränderung möglich ist, auch wenn wir (noch) nicht wissen, wann und wie. Unsere Erfahrung lehrt, dass dann Veränderung wirklich von innen kommen kann und nachhaltig ist.
Gemeinsam fragen wir uns regelmässig, was unsere Hoffnung nährt – eine Hoffnung, die mehr ist als eine Zweckzuversicht von Berufes wegen. Um diese Quelle zu erhalten und uns daraus zu nähren, halten wir ein- bis zwei Mal täglich eine gemeinsame, schlichte Gebetszeit mit viel Stille. So erfährt die alte christliche Botschaft, dass das Leben stärker ist als jeder Tod, auf dem Sonnenhügel täglich eine Aktualisierung, ganz ohne Frömmelei.
Möchtest du mehr über uns erfahren? Oder sehnst du dich gar nach einem alternativen Lebensmodell?
